28 August 2014

Sockenstricken

Bisher fand ich Sockenstricken ja immer ein wenig langweilig. Das lag wahrscheinlich vor allem daran, dass ich für einen Socken gut eine Woche brauche. Das heißt, in einem Monat schaff ich höchstens 2 Paar Socken, macht 2 kleine Knäuel Wolle verstricken, macht 2 noch kleinere Socken - und dafür einen Monat lang Abend für Abend gestrickt? Wo ich doch gleichzeitig Berge von schönster Wolle für Jacken und Pullover habe und da würd man wenigstens merken, wenn die Regale mit meinem Wollvorrat endlich mal ein wenig leerer würden. Aber ein Knäuel Sockenwolle weniger - das merkt man ja gar nicht, da krieg ich höchstens die Schublade in der die Sockenwolle lagert, wieder leichter zu. (Für Nicht-Wollsammler mag das vielleicht unlogisch klingen, aber ich liebe nicht nur das Wolle kaufen, sondern auch das Woll-Berge-abbauen.)


Aber wie gesagt, das war alles nur "bisher", denn es scheint, als wär ich zur Zeit regelrecht sockensüchtig geworden. Single-Socken-süchtig. Denn ich hab grad die größte Freude, ein Knäuel nach dem anderen auszuprobieren und ich mag eigentlich alle. Die dezenteren Muster wären dann für die Stadt, die kräftigeren Farben für die Hundespaziergänge. Sieht zwar keiner und wäre somit natürlich egal, aber jeder hat wohl einen kleinen Spleen und meiner ist bei Socken schon ein bißchen ausgeprägt.  Oder wie tragt ihr eure Socken, durcheinander oder zur Hose passend oder je nach Lust und Laune? Und strickt ihr lieber Mustersocken oder ganz einfach glatt rechte so wie ich?
 

Ein paar Farben hab ich noch, die ich unbedingt auch ausprobieren möchte, und dann, so um die Weihnachtszeit wahrscheinlich, werd ich sie alle verdoppeln, damit ich sie diesen Winter auch noch tragen kann. Nichts Aufregendes also hier, handarbeitstechnisch gesehen, nur Socken, Socken, Socken................

19 August 2014

Kleine Freuden


Wir haben wieder Rudbeckia im Garten und das freut mich sehr. Wir haben sie im ersten Gartenjahr hier angepflanzt und sie hatte sich kräftig ausgesamt, so dass unser Garten im Herbst unseres zweiten Gartenjahres überall wunderschön Gelb und Orange leuchtete. Im Frühjahr darauf hab ich in meiner Gärtnerunwissenheit (man kann es auch Dummheit nennen) alle kleinen Pflänzchen ausgerissen, weil ich dachte es wäre Unkraut. Und so gab es jahrelang nur noch ein oder zwei Blümchen davon. Und heuer - 4 schöne große Stauden sind davon wieder da und die werden jetzt gehegt und gepflegt, vielleicht mögen sie sich ja wieder fleißig aussamen und den Garten im Herbst zum Leuchten bringen.

Euch auch viele kleine Gartenfreuden, Pflänzchen bei denen Euch auch das Herz aufgeht!

13 August 2014

Putzwut bei Dauerregen

 Eigentlich wollte ich heute ja Brombeerpflücken gehen, hab bei einem unserer letzten Hundespaziergänge so eine verheißungsvolle Stelle dafür entdeckt. Aber kaum dort angekommen, tröpfelte es schon wieder und die paar Beeren, die ich probiert habe, waren ziemlich sauer, also lieber wieder mit leerem Körbchen heim.
 Und was macht man, wenn es schüttet und schüttet? Auf die dumme Idee kommen, ein paar Fenster zu putzen und in den Küchenregalen mal wieder Ordnung zu schaffen. An sich ja keine so schlechte Idee, aber jetzt kann ich die Fenster nicht mehr zumachen, weil ich sonst auf den frischgeputzten Scheiben sofort wieder Regentropfen habe und so ist es grad ein wenig ungemütlich kühl bei mir.
Dafür aber hab ich bei meiner Blogrunde das allerschönste Kissen entdeckt, genau in diesen Farben hab ich mir eine Hundedecke fürs Auto vorgestellt. Vielleicht hör ich mit der ganzen Putzerei für heute auf und probier lieber mal das Blumenmuster aus diesem Buch aus, das bringt zumindest Sonne ins Herzen.

Mit liebem Gruß und viel Sonne für Euch!

06 August 2014

Der Garten im August

Mein Garten ist müde. Die Hortensien sind verblaßt, Nelken, Rosen, Lavendel und Glockenblumen schon lange verblüht, einzig der Oregano hält sich noch tapfer und wird fleißig von Schmetterlingen, Bienen und Hummeln und allerlei Käfern besucht.
Die Tomaten- und Bohnenernte fällt heuer fast ganz aus und auch unsere Beerensträucher lassen uns im Stich.
Dafür tragen heuer die Haselnüsse umso reichlicher, die wilden Brombeeren versprechen eine reiche Ernte und ich frag mich, ob das schon die ersten Vorboten für den nahenden Herbst und Winter sind.
Bedeutet das einen harten Winter mit viel Schnee und Kälte?  Der Sommer war heuer ja komisch, entweder viel zu heiß oder tagelanger Regen. Und selbst nach 3 Tagen Hitze fühlte sich der Boden immer noch klamm an. Heut früh war der Wald dick nebelverhangen und ganz still und leise. Jetzt ist zwar die Sonne wieder da, aber die Frische des Herbsts liegt schon in der Luft. Kennt ihr das auch, wenn sich die Luft verändert, wenn es plötzlich nicht mehr nach Sommer riecht sondern schon nach Pilzen und Waldboden und dampfenden feuchten Blättern und man das Gefühl hat, endlich wieder frei durchatmen zu können?
Und irgendwie hab ich sogar schon Lust auf den Winter, mit viel Schnee und Kälte und heißen dampfenden Tassen Tee, einem dicken Buch zum schmökern und überall im Haus das sanfte Licht von unseren Bienenwachskerzen. Dann will ich ganz viel backen, neue Badvorleger häkeln, mich dick einmummeln und mit den Hunden lange Spaziergänge an der Donau machen.
Aber ich werd es vermissen, Tag und Nacht die Fenster offen zu haben, die Wäsche draußen zu trocknen, nur mit Sandalen rumzulaufen, mit den Hunden in der Isar zu plantschen, das Haus mit kleinen selbstgepflückten Blumensträußchen zu füllen und bis spät abends im Garten zu sein und den Glühwürmchen zuzusehen.

04 August 2014

Von Blogs und Entschleunigung, dem Sammeln und der Schönheit der kleinen Dinge - oder: das Flow Ferienbuch

Vor ein paar Monaten hatte ich ja schon mal über das in Deutschland neue Magazin Flow geschrieben, als ich Heft 1 beim Zeitschriftenhändler gefunden habe. Ich hab es gern gelesen, war neu und interessant, aber ich war jetzt nicht sooooo begeistert, dass ich es mir ab sofort jedesmal kaufen wollte. Deshalb sind wohl Heft Nummer 2 und 3 auch praktisch spurlos an mir vorbeigegangen. 
 Kürzlich war ich dann aber mal wieder am Zeitschriftenstand und da hatte ich einfach Lust darauf, hab mir Flow 4 und das Urlaubsheft gekauft - auf dem Weg zum Auto dann mit mir gehadert, so viel Geld für Zeitschriften auszugeben - den ganzen Heimweg lang noch Gewissensbisse deswegen gehabt - und später, nach dem Lesen der ersten Artikel - Begeisterung und Freude pur.
Verführt zum Kauf haben mich wohl die vielen hübschen Bildchen zum Ausschneiden und Einkleben, aber beim Lesen bin ich dann auf so Sätze gestoßen wie "Was ist schon besser, als gemütlich auf dem Sofa zu sitzen und das Gehirn auszuschalten?", fragt Anna Amenta, Inhaberin eines wunderschönen Strickladens in Amsterdam. "Beim Handarbeiten geht es um den Prozess, nicht um schnelle Ergebnisse."
Wie sehr spricht sie mir doch damit aus der Seele. Wie oft hab ich mich nicht schon gegrämt, weil auf allen anderen Blogs ein fertiges Teilchen nach dem anderen präsentiert wird, ich aber Wochen oder sogar mal Monate für ein kleines Jäckchen brauche. Immer wider hab ich mich gefragt "wie schaffen das die anderen nur?", wollte auch viel schneller sein und viel viel mehr machen. Dabei lieb ich doch nichts so sehr, als eben nur abends, als Zuckerl des vergangenen Tages, gemütlich ein paar Reihen stricken oder häkeln, ohne jede Eile.

Dann ein nächster Absatz: "Die Qual der Wahl lähmt. Wenn man zwischen 3 Sorten Marmelade wählen kann, läuft einem das Wasser im Mund zusammen, bei 30 Sorten denkt man: auch egal. Dies ist durch wissenschaftliche Untersuchungen belegt. Man wird hilflos und trifft lieber gar keine Wahl."

Und ich denk an Pinterst und Ravelry, da tummle ich mich gern rum und sehe so viele wunderwunderschöne Dinge, die ich auch gern hätte und machen würde, aber es sind einfach viel zu viele, so dass ich mich nie entscheiden kann, welches Muster ich jetzt wählen soll, welche Farben, welches Material, und ich fühl mich gelähmt und blockiert. Bisher dacht ich immer es gehe nur mir so, aber anscheinend ja nicht.
Zum Nachdenken fand ich auch den Artikel über all die Blogger, die das einfache Leben wieder entdecken. Blogs mit den herrlichsten Bildern, selbstgemachter Marmelade, großen Gemüsegärten, munteren Kindern, Gummistiefeln und Bommelmützen, wunderschöne blankgescheuerte Tische mit Kerzen und Blümchen und buntem gesundem Essen auf dem Teller, ach ja, das ganze wohlige Landleben mit raschelnden Blättern im Herbst, dick verschneiten Winterlandschaften und glücklichen hoppelnden Häschen. Auch so ein Leben, bei dem ich mich immer wieder frage "wie schaffen die das nur, das alles in einen 24 Stunden Tag zu stopfen und dabei auch noch zu bloggen und Bücher zu schreiben?"
Dazu meint Autorin Emily Matchar: " Blogs sind sehr darauf bedacht, einen bestimmten Anschein zu vermitteln, sodass man nie weiß, was für ein Leben der Blogger eigentlich wirklich führt. Viele Menschen denken dann: 'Oh, die hat aber ein perfektes Leben, ihr Mann ist so bezaubernd.' Es gehört zur Form des Blogs, sich persönlich zu geben, sich als die Frau von nebenan zu präsentieren, aber dennoch wird damit manchmal auch nur ein dickes Geschäft gemacht. Man sollte sich nicht mit dieser Bloggerin vergleichen und sich einreden, das eigene Leben sei stressig und ihres so himmlisch - es ist ihr Job, ihr Leben so darzustellen."
Ist das nicht toll und war nur ich immer so naiv, alles für bare Münze zu nehmen?
Es scheint, als hätten die beiden neuen Flow-Hefte genau meinen Nerv getroffen, Dinge ausgesprochen, über die ich mir schon Gedanken gemacht habe und vor allem, sie wieder gerade gerückt.
Und deshalb von mir ganz ausdrücklich zum Selberlesen bestens empfohlen!