15 März 2014

Mädchenbücher

Vielleicht hat die eine oder andere geneigte Blog-Leserin schon mal bemerkt, dass ich eine ganz besondere Vorliebe für alte Mädchenbücher habe. Vielleicht fand sie das ganz schön sonderbar und komisch und hat sich gefragt, was ich an den alten Dingern so gut finde.
Aber für mich sind sie nicht alt, auch nicht altbacken oder bieder, sondern sie sind für mich im Kleinen die gleichen Gutes-Gefühl-und-ganz-warm-im-Bauch-werdende-Bücher wie für andere Rosamunde Pilcher, Katie Fforde und andere.
Meine alten Mädchenbücher handeln von Freundschaft und Vertrauen, von Ehrlichkeit und Herzensgüte, von Verzicht und Zupacken, vom Lernen und Wachsen, von viel Lachen und guter Laune, von Helfen und für andere da sein, von erlebnisreichen Sommerferien und neuen Freunden, vom Umgang mit Tieren und anderen Menschen, von Höflichkeit und Verantwortung ----- kurz gesagt vom eigentlich ganz normalen Leben und von Werten, die für mich auch heute noch Gültigkeit haben.

Was ich so besonders mag sind die Beschreibungen des alltäglichen Lebens, Dinge mit denen ich selber auch aufgewachsen bin und die mir nach wie vor ganz warm ums Herz werden lassen.

 In diesen Büchern sind die Sonnenschirme rot mit weißen Tupfen, die Luftmatratzen haben große Blumen aufgedruckt, in der Küche hängen karierte Vorhänge, die Möbel sind bunt und selbstgestrichen und ein Rest fester Markisenstoff dient auch mal als kleiner Teppich im Mädchenzimmer. Ob eigenes Haus oder Mietwohnung in der großen Stadt - daheim ist es immer gemütlich und warm, Kinder und Tiere gehen ein und aus, im Wohnzimmer hängen fröhliche bunte Bilder, dicke Wiesenblumensträuße sind in den Zimmern verteilt und in der Küche gibt es die Keksdose und eine Schale mit rotbackigen Äpfeln für den kleinen Hunger zwischendurch.

Gegessen wird überhaupt sehr bodenständig, mittags Schinkennudeln mit Salat, abends Pellkartoffeln mit Kräuterquark oder Käsebrote mit Radieschen. Nur am Sonntag gibt es dann Braten mit der herrlichen Sahnesoße und zum Geburtstag darf´s auch mal ein Rehrücken sein. Ab und zu trifft man sich zu einer wichtigen Besprechung mit Freundinnen in einer Eisdiele und läßt sich nebenbei Bananensplit und Milchshake schmecken. Wahlweise finden diese Treffen auch mal in einem Cafe bei himmlischem Apfelstrudel mit Vanillesoße statt. Getrunken wird Milch und Kaba, auch Wasser mit einem Schuß Saft, und der ist natürlich selbstgemacht.



Wie überhaupt noch vieles selbst gemacht wird. Da werden kleine Geschenke und Karten gebastelt, Strohsterne für den Christbaum geklebt, dem Bruder strickt man heimlich einen todschicken grünen Pullover für Weihnachten, es wird weiße Baumwolle für ein Sommerjäckchen gekauft und die Wollreste nimmt man dann alle mit in die Ferien um eine bunte Häkeldecke daraus zu machen (kommt euch das irgendwie bekannt vor?) 

Gebacken wird regelmäßig, nur zu besonderen Gelegenheiten gibt es ein Stück Torte vom Konditor, es wird Marmelade gekocht, Gemüse eingelegt, Kissen und Gardinen genäht, die Herstellung von Bilderrahmen und kleinen Regalen übernimmt Opa und mit der besten Freundin wird ein Blumenmuster auf den Kleiderschrank gemalt. Und das alles ganz selbstverständlich, weil man solche Dinge eben so macht, ohne großes Aufsehen.


Das alles läßt heimelige und wohlige Bilder in meinem Kopf entstehen. Ich bekomme sofort gute Laune, bin fröhlich und unbeschwert und in manchen Momenten macht es mir ab und zu Spaß zu denken "was würde Beate jetzt tun, oder Silke, Heike, Regina und Christine". Berte Bratt hat es mir sehr angetan, obwohl ich in meiner eigentlichen Kindheit nicht viel mit ihr anfangen konnte. Ich sammle alles was mir in die Finger kommt, ich forsche nach dem Leben der einzelnen Kinderbuchautoren nach, ich lese über Hintergründe von Nesthäkchen und Co., - kurz gesagt, ich glaube ich bin regelrecht süchtig nach all diesen wunderschönen und liebevoll gestalteten alten Mädchenbüchern. Mittlerweile hab ich schon 3 Regale voll davon und jetzt hoff ich, dass die eine oder andere von Euch sich auch an Ihre alten Mädchenbücher erinnert, eines davon hervorholt und sich einen gemütlichen Schmökerabend macht. Vielleicht kommt sie dann ja auch auf den Geschmack.

Ich bedank mich recht schön fürs Lesen!

08 März 2014

Näharbeiten


Die Häkeljacke ist praktisch wieder mal so gut wie fertig. Nur noch Fäden vernähen, Knöpfe annähen. Und weil ich ja so gern nähe hab ich mir gedacht, ich könnt doch unter die Knöpfe eine Borte aufnähen, dann würden die schweren Glasknöpfe die Jacke auch nicht unnötig in die Länge ziehen.
Soweit also mein Plan, die Ausführung muss noch ein wenig warten, denn.........


......in meinem Nähzimmer wartet noch ein riesiger Stapel Flickarbeit auf mich. Früher hatten die Frauen kleine Flickkörbe, bei mir fällt jetzt doch schon langsam der Stuhl um, auf dem all das lagert, was sich so im Laufe von Monaten ansammelt. Da sind Hemden mit losen Knöpfen, runterhängende Säume, Jeans mit Löchern an den Knien. Das sind Arbeiten die ich immer wieder verschiebe und je größer der Stapel wird, umsomehr graust es mir davon ihn in Angriff zu nehmen.
Jetzt hab ich mir was Neues ausgedacht: Nicht alles auf einmal, sondern Woche für Woche je ein Teil flicken. Das müßt doch zu schaffen sein. Mit einer alten Jeans hab ich schon mal angefangen. Ist aber fraglich, ob ich es diese Woche noch schaffen werde.
Und wenn ich mir meine krummen Stiche so ansehe, dann frag ich mich, ob das mit der Borte für die Häkeljacke wirklich so eine gute Idee ist. Oder ich muss vorher eben noch mehr üben. 

02 März 2014

Frühlingsgefühle


Diese Woche hatten wir hier herrlichstes Frühlingswetter und jede freie Minute wurde für den Garten genutzt.


Ich hab das alte Laub auf den Beeten und Wegen entfernt, Stauden geschnitten und den Teich ausgeputzt. Und immer noch bin ich nicht fertig, um diese Zeit gibt es viel zu viel zu tun und jedes Jahr bin ich wieder davon überzeugt, das alles niemals rechtzeitig zu schaffen. Denn da wären noch die Rosen, die Beerensträucher, die Obstbäume und die diversen neugeplanten Blumenbeete. Nicht zu vergessen das Unkraut, das auch schon wieder so langsam zu sprießen scheint.


Aber ein Garten lehrt einen ja auch Gelassenheit und Geduld, und so mach ich einfach weiter, Stück für Stück und genieße jeden Augenblick draußen auf den Knien und mit der Sonne wärmend auf meinem Rücken.  Und hoffe, dass der Wettergott uns noch lange so gewogen ist.


Euch allen eine schöne sonnige Zeit - draußen im Garten, im Wald, in der Natur, beim Flanieren, beim Marktbummel, beim Gassigehen, an einem plätschernden Bach, bei zwitschernden Vögeln und den ersten Frühlingsboten unter dem Laub.
Und abends dann mit Lust und Liebe beim Stricken, Häkeln, Nähen und Sticken, all die schönen luftigen und bunten Sachen für die beginnende warme sonnige Zeit.