01 Januar 2014

Glücksmomente sammeln

Mit einem frostigen Morgen und einer sehr kurzen Nacht sind wir ins Neue Jahr gestartet. Draußen war alles mit Raureif überzogen und die Wiese und Wege gefroren, aber im Haus war es warm und kuschlig und der Kaffeeduft zog durch die Küche. Einen langen Morgenspaziergang an einem Weiher haben wir schon hinter uns, einen Abstecher zur Verwandtschaft für Neujahrsgrüße und ein paar Augenblicke Neujahrskonzert im Fernsehen. Dieser Tag hat schon immer was ganz Besonderes an sich, er liegt so blank und frisch und neu vor einem und lockt mit Verheißungen und Versprechen. Am 1.Januar hab ich immer das Gefühl, alles wär möglich, ein ganzes Jahr voller neuer Wege läge vor mir. Und nichts eilt, es bleiben immer noch 364 Tage.


Und natürlich hab auch ich auch ein bißchen Pläne geschmiedet, was ich heuer tun möchte, was ich lernen möchte, wohin ich gehen will. Manches zwar noch im Nebel wie die Landschaft draußen, aber so ein Erahnen ist schon dabei.
Und einen kleinen Stubs in die Richtung gab mir vor ein paar Tagen auch ein Artikel der Zeitschrift Flow über das Buch "5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen". Ja, nicht gerade ein aufmunternder Titel um damit ein neues Jahr zu begrüßen, aber vielleicht gerade deshalb voller Weisheit und zu Herzen gehend.
"Ich wünschte, ich hätte den Mut besessen, so zu leben, wie ich es gern gewollt hätte, anstatt mich ständig den Erwartungen anderer zu fügen."
"Ich wünschte, ich hätte nicht immer so hart gearbeitet."
"Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, häufiger meine Gefühle zu äußern."
"Ich wünschte, ich hätter engeren Kontakt zu meinen Freunden gehalten."
"Ich wünschte, ich hätte mir zugestanden, glücklicher zu sein."

5 Dinge, die in ihrer Aussage so einfach klingen, so unspektakulär, und doch ein ganzes Menschenleben in die eine oder eine ganz andere Richtung gleiten lassen. Ich möcht mir diese 5 Dinge an den Spiegel heften, sie mir immer wieder vorsagen und vor allem mit in mein tägliches Leben nehmen und versuchen, gerade diese Dinge nicht auch eines Tages denken und sagen zu müssen. Das wird sicher nicht einfach, denn meist huscht das Leben und der Alltag ja so an einem vorbei, dass man vieles Schöne und Gute und Wahre wieder vergißt.
Vor allem der letzte Punkt hat es in sich, sich selber nicht zuzugestehen glücklich zu sein. Ein Leben lang zu arbeiten und sich anzupassen und dabei das Lachen, das Freuen, das Genießen und Dahingleiten zu versäumen. Nicht den eigenen Träumen, Wünschen, Vorstellungen und Plänen zu folgen. Deshalb möchte ich ab sofort Glücksmomente sammeln, mir ganz bewußt machen, was mich glücklich macht, was mich ausfüllt und ganz warm ums Herz werden läßt. Und das sind keine gekauften Dinge, oder jedenfalls meistens nicht, das sind Erlebnisse und Gefühle und Tätigkeiten und eine ganz tiefe Dankbarkeit dafür, dass man sie erleben und spüren und tun darf.


Und deshalb, laßt uns doch auf die Suche nach unseren ganz eigenen, ganz individuellen Glücksmomenten gehen, was macht uns Freude, was läßt uns aufblühen, was macht unser Leben rund und erfüllt. Eine warme kleine Kinderhand in unserer, ein Strauß Wiesenblumen am Frühstückstisch, ein Hund der sich an einen kuschelt, ein paar Johannisbeeren vom Strauch und ihr säuerlich-süßer Geschmack im Mund, eine Umarmung eines lieben Freundes, ein Wiedersehen, der Duft von frischgebackenem Kuchen im Haus, einfach nur unterm Apfelbaum liegen und den Wolken nachschauen. Jeden Moment davon auskosten und genießen, ohne Kamera und ohne ein Foto für Blog/Instagram/Facebook, wobei es natürlich auch schön ist, andere daran teilhaben zu lassen. Aber nicht genau in diesem einen Moment, der sollte nur ganz tief ins eigene Gedächtnis geschlossen werden.

Ich wünsche Euch heute, an diesem ersten frischen jungen Tag des neuen Jahres, 365 Tage voll kleiner und großer Glücksmomente, ab und zu möcht ich meine hier mit euch teilen. Mein Vorsatz für 2014.