20 August 2009

Sommertage

Sommertage

Diese herrlichen Sommertage. An denen ich schon morgens die Fenster und Türen weit auf mache und gleich barfuß in den Garten gehe. Wenn alles noch ruhig und still ist, die Luft so zart und weich, und man trotzdem schon spürt wie heiß und drückend es die nächsten Stunden werden wird. Das sind die schönsten Morgen.

Sommertage

Ich laß mich durch den Tag treiben,

Sommertage

häng Wäsche auf,

Sommertage

kehr die abgefallenen und verblühten Blumen zusammen,

Sommertage

binde Blumen hoch bevor sie der nächste Gewittersturm abbricht,

Sommertage

und überleg mir eine neue Bepflanzung für unsere alten Futtertröge.

Sommertage

Und während ich im Schatten sitze und mit verschwitzten Händen versuche wenigstens ein paar weitere Reihen an meiner Sommerdecke zu häkeln,

Sommertage

sind andere immer und jederzeit fleißig.

Sommertage

So richtig munter werde ich erst am Spätnachmittag, wenn die Schattenplätze schon größer werden, die Luft wieder kühler und ich meine Blumen gieße. Das ist meine Lieblingsbeschäftigung bis in den Abend hinein. Erst sitz ich noch matt im Schatten und kann mich gar nicht so recht aufraffen, aber ohne geht es ja auch nicht. Und wenn ich dann erst mal mit den Gießkannen meine Runde drehe, da ein verwelktes Blatt abzupfe, dort eine verblühte Blume, wenn ich Samen abnehme für´s nächste Jahr und ein kleines Sträußchen für den Küchentisch schneide, dann wird mir so wohl dabei, dann denke ich an nichts sonst, die Zeit treibt dahin und wird langsam, nur meine Blumen und ich und das Rotschwänzchen das mich dabei jeden Abend beobachtet.

Sommertage

Dann knurrt der Bauch und mir fällt wieder ein, daß es ja schon spät ist und wir noch was zum Abendessen brauchen. Mein Gemüsegarten ist so klein und genauso sind heuer meine Tomaten. Aber trotzdem prall und saftig und fein, die Bohnen schon ein bißchen zu lang aber immer noch zart. Und ich geh in die Küche und schnipple und mixe, koche und schmecke ab, und irgendwann mach ich die Türen und Fenster wieder zu. Es ist kühl geworden im Haus, mein Rotschwänzchen schläft wahrscheinlich schon, ab und zu hört man das Käuzchen vom nahen Wald und ich wünsch mir, daß der Sommer noch ewig weitergeht. Mit diesen Tagen die so vor sich hin tröpfeln, an denen nichts wirklich eilt und auch nichts besonderes passiert. Die einfach nur schön sind. Wie große Ferien für Erwachsene.