09 April 2006

A long post of Vintage Style

Als allererstes möchte ich mich für all die lieben, freundlichen und schönen Komplimente zu meinem Buchumschlag bedanken. Das war für mich so überwältigend und hat mich so gefreut. Auch eure Ideen für neue Notizbücher und Ordner waren so toll, ich kann immer wieder nur staunen, was ihr alles macht und wie sehr ihr mich inspiriert. Ein ganz ganz dickes DANKE SCHÖN an euch!

First of all I want to thank you for all your lovely, friendly and nice comments about my book cover. I was so delighted and happy about it. And I liked your ideas and advices for and about those books and files. It is fantastic what you all are doing and how much you are inspiring me. A big and deep from my heart THANK YOU to you all!



Heute muß ich gestehen, ich hab eine große Leidenschaft, und das ist der Vintage Style. Das Wort braucht nur irgendwo in einem Buchtitel oder in einer Anleitung auftauchen (closed with a Vintage button), und schon muß ich es haben.


Today I have to confess, that I have a real big passion, and it is Vintage Style. If this word is on a bookcover or included in a knitting-instruction (the cardigan is closed with a Vintage button), I have to have it.



Angefangen hat alles ganz harmlos vor vielen Jahren. Nach meiner schon erwähnten Vorliebe für Laura Ashley, David Hamiltons Weichzeichnerfotos und Sarah Kay Briefpapier, zog ich als hoffnungsvolle Studentin nach München. Nach den Jahren in meiner kleinen gemütlichen und auch ein bißchen rückständigen Geburtsstadt war das eine ganz neue Welt für mich und änderte mein Leben. Ich entdeckte neue Welten und Stile, paßte mich an, und änderte meinen Geschmack. Ich färbte mir die Haare knallrot und trug von Kopf bis Fuß nur noch schwarz. Ich richtete eine wunderschöne Altbauwohnung sehr minimalistisch ein, sogar das Bad bekam einen schwarzlackierten, glänzenden Holzfußboden. Die ganze Wohnung war in schwarz, weiß und viel Chrom, die einzigen Farbtupfer waren grüne Pflanzen. Ein befreundetes Paar, das sich gerade ein Haus gekauft hatte, fand den Stil so toll, daß sie ihn übernahmen und bis heute beibehalten haben. Damals gab es das Modewort "cool" noch nicht, aber wir hielten uns dafür, die Einzigen, die wußten was Zeitgeist ist. Fürs Wochenende gab es ein kleines Häuschen auf dem Land. Ganz tief im Herzen liebte ich es sehr, die gemütliche Einrichtung, das Geschirr mit dem Wildrosenmuster, den Garten, das einfache Kochen mit und für Freunde, die kuschligen Ecken. Aber das war nicht cool, wir verließen die Stadt am Wochenende nur, um all den vielen "Landeiern" zu entfliehen, die sie dann bevölkerten.

It all begun very harmless some years ago. Let´s go back to my Twenties. With my special liking of Laura Ashley, the pictures of David Hamilton and my note paper from Sarah Kay I moved to study in Munich. With the background of growing up in a small, comfortable and backwarded town this changed my life and taste radical. I discovered new styles, art and fashion, new kind of peoples, museums, theatres, every thing was so different. By chance I met again a friend from boarding-school and she was so sophisticated. I dyed my hair brightly red and wore nothing but black. I furnished and decorated my new dwelling in white and black and a lot of chrome, even the wooden-floor of the bathroom I`ve painted in shimmering black. The only allowed colours where from some plants, without blossoms of course. An intimate couple, which just have bought a house, liked it so much, adopted it and kept it till today. We were really "cool", although this word was not in fashion at this time. The weekends where mostly spent out in the country, and deep in my heart I loved it so much. The houses, the kitchen, the cooking with and for friends, the old china with roses, the garden, but this was NOT "cool". We only used our country-house for being not in town at the weekend, where all the country-people are crowding it.




Zehn Jahre später zog ich wieder um, und schon aufgrund meiner Arbeit mußte ich mir ein bißchen farbenfrohere Kleidung zulegen. Und komischerweise gewöhnte ich mich schnell daran, auch in meiner neuen Wohnung wieder ein bißchen Farbe haben. Die Küche wurde eidottergelb, und im Wohnzimmer hatte ich viel rot. Meine Vorliebe für die kräftigen Tricia-Guild-Farben wuchs praktisch stündlich. Ich strickte und häkelte Kissen und Decken, und dabei hatte ich eines Tages ein Deja-vu. Die Farben eines Kissens erinnerten mich irgendwie an meine Kindheit. Es war das Blau, das so anders war als all die modischen Töne, und auch das Rot und Naturweiß dazu waren irgendwie altmodisch. Auch meine gleichaltrigen Freunde fanden die Farben so schön und heimelig. Und dann fiel es mir wieder ein, ich hatte mal ein Kleidchen, das war genau in diesem Blau, mit roten und weißen Tupfen. Es war wie eine Erleuchtung, ich hatte sie gefunden, die Farben die ich am meisten liebe, und all die Erinnerungen an gemütliche Wohnungen in denen ich leben wollte. Ich machte mich auf die Suche nach Stoffen und viel mehr Wolle in diesen Tönen aber es war schwierig, sie waren einfach nicht modern. Und dann entdeckte ich im Internet das Wort "Vintage". Erst einmal mußte ich herausfinden, was Vintage eigentlich bedeutet (ehrlich gesagt, kann ich es heute noch nicht richtig definieren), aber es war um mich geschehen. Entweder macht mich das Alter sentimental oder ich bin im Grunde meines Herzens ein kleines Mädchen geblieben. (Beides klingt nicht sehr schmeichelhaft, aber anscheinend bin ich so.) Ich kaufte die Shabby-Chic-Bücher von Rachel Ashwell und Christina Strutt, aber sie waren immer noch nicht genau das, was ich suchte. Die Worte darin ja, (Erinnerungen an die Vergangenheit, als Qualität noch zählte, eine Abkehr von der Wegwerfgesellschaft, Dinge die mit Liebe und Sorgfalt von Hand gemacht sind usw.) aber ich mochte nicht den aufgesetzten, künstlich hergestellten Shabby-Look. Meine Möbel sollten ihn von mir und meiner Familie im Laufe der Zeit erhalten, nicht von vornherein auf alt getrimmt sein. Außerdem waren mir die Farben zu blaß. Ich liebe helle, lichte Räume, aber sie müssen auch viele kräftige Farbtupfen besitzen. Bei den "Vintage Knits" mag ich die Schnitte, aber auch hier gefallen mir oft die Farben nicht, so düster und trist.

Ten years later I moved again, back to the country. Because of my work I had to change the colour of my clothes, and day by day I liked it more. I decorated my new dwelling with a splash of colour, also more and more, for the kitchen I liked a lot of egg-yolk-yellow and my living room had a lot of reds and pinks. My love for the bright Tricia-Guild-colours started and I re-started to knit and crochet, mostly striped blankets and cushions. And one day I had a deja-vu. I crochetted a cushion cover and the colours reminded me of my childhood. It was because of the blue, it was so different from all the fashion-shades in blue. And the choosen stripes of red and white were so oldfashioned, too. Friends of the same age liked the colours and said they are so nice and homely. And then I remembered, I once had a dress in exactly the same colours, it was blue with white and red polka-dots. This was my enlightenment, these are the colours of my heart, all my childhood-memories of cosy homes are the only way I want to live in. So I begun to look for fabrics and yarns in the matching colours, but it seemed impossible to find them again. At the internet I found a new word, and it was "Vintage". First I had to figure out what it was meaning and after that I decided, this is the right thing for me. Maybe because I am becoming very sentimentel with ongoing age or deep in my heart I am still a little girl. (Both are not very charming describtions of me, but anywhere they seem to be very me!) I bought the Shabby-Chic-books of Rachel Ashwell and Christine Strutt, but it wasn´t exactly what I was looking for. I loved the words for introducing me the Vintage Style (Comfortable, the beauty of imperfection, the appeal of simple living, past times when quality was high waged, handmade-things with love and heart), but I didn´t liked the shabby-look. I want my furnishings to become old by me and my familiy and not by design. And the colours are a bit too faded for my taste, I love light rooms, but I also need a splash of real bright colours to feel comfortable. The same with Vintage-knitting-instructions. I love the shape and the style, but not this dull and muddy brown and deep-lilac colours. My past isn´t drawn in sepia.



Und dann hab ich dieses Buch entdeckt, und es war als hätte ich meine Seelenfreundin gefunden. Die Farben, die Stoffe, genauso waren die Tischdecken und Kissen in meiner Kindheit, ich habe die gleichen rot/weißen Töpfe, umhäkelte Bügel, sogar die gleichen roten Küchenstühle, nur hab ich meine vor ein paar Jahren gelb gestrichen. Und genau wie sie kann ich mir zwar keine Telefonnummer merken, aber ich erinnere mich ganz genau an das Muster von Gardinen, die ich vor Jahren mal gesehen habe. Ich glaube, ich bin ihr größter heimlicher Fan, ich brauch ihr Buch nur durchblättern und schon fallen mir viel zu viele Dinge ein, die ich auch noch machen könnte. Ich wünschte, wir hätten hier einen Cath-Kidston-Laden, ich würde Stunden und Tage dort verbringen, und vor allem würde ich für mein Leben gern mal bei ihr zuhause eingeladen sein. Könnt ihr euch deshalb meine Begeisterung vorstellen, als ich 2 Blogs entdeckte, die meine Liebe für Cath Kidston, Greengate, Rice und Vanessa Arbuthnott teilen. Sie haben beide absolut fantastische Wohnungen, ihr müßt sie euch anschauen, ich würd sofort in jeder davon einziehen. Besucht auch ihre Flickr-Seiten, da gibt es noch viel viel mehr Bilder, besonders beeindruckend finde ich die Vorher-Nachher-Fotos.


Then one happy day this book found it´s way on my coffee-table. I love it, love it, love it. It was like meeting a kindred soul. Her colours, her fabrics, these are the table-cloths and cushions of my childhood, I have the same enamel pans, crochetted coat hangers and blankets, I even have the same red kitchen-chairs, although I have painted them yellow some years ago. And like her I can´t remember telephone-numbers but exactly the pattern of some curtains I have seen some years ago. I think I am her biggest secret fan, with every leafing through her book I find hundreds of new ideas. I wish I could visite one of her shops or the best would be to be invited in her home.Can you imagine how exciting it was for me to find 2 blogs, which are sharing my absolute deep adoring for Cath Kidston, Greengate, Rice and Vanessa Arbuthnott. Both have fantastic and wonderful homes, so beautiful that I would like to move in immediately. Please go and have a look, and visite also their Flickr-site-slideshows, there are a lot more pictures, especially impressing for me are the Before-After-Ones.

Das sind die Blogs/ These are the blogs: Posy und/and Yvestown


Kommentare:

Jan hat gesagt…

Suzi, what a wonderful post! I enjoyed hearing about your evolution and the statement, "My past isn't drawn in sepia."
I like those red curtains, too!

corinna hat gesagt…

ganz ganz herzlichen dank für diesen tollen beitrag und die wunderbaren links. ich bin auch bekennender vintage-fan und absolut hingerissen von all dem, was ich durch deinen blog eben entdeckt habe... danke danke danke!!!
corinna

Mumintroll hat gesagt…

Und wiedereinmal bin ich hin und weg...Einfach wundervoll...deine Gedanken. Beim Durchlesen deiner Texte ist mir immer wieder der Gedanken durch den Kopf geschossen...genau so ist es....
Vielen Dank auch für die wunderbaren Link Hinweise....
einen schönen Sonntagabend wünscht dir mumintrolle

francoise hat gesagt…

Your post rings so true ! I have the same feelings for "Vintage". It is strange how we seem to go through a cycle in life: we go to extremes with passion in our "youth" to be drawn back by memories of childhood (which will stay with us forever). So we yearn to a return to simplicity, but with a modern twist. As you say so beautifully: "Our past isn't drawn in Sepia..."

erin hat gesagt…

You write such beautiful thoughts, I enjoyed reading today's post so much. In my childhood too, there was a lot of bright primary reds, blues and yellows. Then came the 70s and 80s where I remember some really awful oranges, browns and greens. These colours are not themselves awful, but the 70s version of these colurs were. I love vintage too, brings me back in time.

Dana hat gesagt…

Das sind zwei wunderbare Blogs, die du entdeckt hast. Ich sehe mir gern Dinge in diesem Stil an, sie sind so hell, freundlich und lebensfroh. Auch Cath Kidston mag ich darum sehr, ihren Windschutz werde ich mir für meinen Sommerurlaub an der See kaufen. Im Alltag brauche ich für mich selbst trotzdem die schlichten, monochromen Sachen. Die Wohnung in weiß, die Kleidung in grau und schwarz. Ich versuche manchmal, das zu ändern, aber es ist schwierig. Ich merke zwar auch, dass mein Stil im Laufe der Jahre etwas wärmer und weicher wird, aber ich bin ganz offenbar noch in der "jungen Phase". Aber vielleicht ändert sich das noch :-)

Einen schönen Wochenanfang wünsche ich dir.
Dana

PS: Deinen Satz "My past isn't drawn in sepia" habe ich erst in den Kommentaren entdeckt und ich kann mich nur anschließen - was für eine wundervolle Formulierung!

Anonym hat gesagt…

Hier mußte ich auch noch schnell schauen. Also das genähte Buch ist einfach wundervoll! Und den Vintage-Stil lieben wir auch. Vielleicht nicht alles, aber doch so manches. Es ist schön zu wissen, daß es anderen auch so ähnlich ergeht. :-)
Vintage soll so etwas wie "ausgezeichneter Jahrgang" bedeuten und findet eigentlich eher, was Weine betrifft, Verwendung, soweit ich das weiß. Was es in Sachen Mode und Stil genau bedeuten soll? Nun, vielleicht war DAS ja eine "ausgezeichnete" Zeit? *lächel* ... die damit bezeichnet wird.

Die beiden Blogs sehe ich mir später noch an.
Ja, es ist interessant, wie man sich so weiterentwickelt. Obwohl einige auch ihrem Stil treu bleiben, wie Du es mit der "schwarzen" Wohnung beschreibst. Meine Schwester ist in Sachen Kleidung so ähnlich. ;-)

Liebe Grüße und einen schönen Nachmittag wünscht
Laura
http://myblog.de/glitzerkiesel

Verstrickt und zugenäht hat gesagt…

Hallo Suzi
Ich bin ja auch ein "Vintage"-Fan vor allem bei Kleidern.
Schau doch einmal in meinen Blog, da schreibe ich mehr dazu.

Kleidung wird als Vintage bezeichnet wenn sie so zwischen 75 und 25 Jahre alt sind. Alles was älter als 90-100 Jahre ist gilt als antik.

Ich denke bei Möbeln wird es sich ähnlich verhalten, allerdings werden da ja noch die verschiedenen Stilrichtungen bezeichnet.

Schau mal in diesen Blog rein:
http://rosylittlethings.typepad.com/posie_gets_cozy/

Der wird dir bestimmt gefallen.
Ausserdem schreibt sie super !
Ihr Einrichtungsstil ist etwas reduzierter als bei den anderen zwei. Mir persönlich gefällt es besser, wenn die Einrichtung nicht zu verspielt und farbig ist.
Mein Drang zu auffälligern Sachen lebe ich eben mehr bei den Kleidern aus.

Viel Spass beim Anschauen und Lesen
Bettina

lucy hat gesagt…

Oh I agree about the word Vintage! Old, pretty things are so comforting. If it's old and worn I like it so much better than shiny and new.

Steph hat gesagt…

Ich musste mal wieder lachen da sich unsere Vergangenheit da sehr gleicht. In den 80gern hatte ich alles ganz cool schwarz, mit ein paar roten Sachen hier und da, aber mein Stolz war ein silberner Lame Vorhang mit schwarzen Streifen. Dann fanden eine Freundin und ich die Victoria Hefte (gab es in der Internationalen Presse am Bahnhof) und die Vorliebe fuer alte, Spitzen besetzte Bettwaesche, Waschkruege, altes Silber und Rosenstoffe fing an. Damals bin ich auch zum grossen Jugenstil Fan geworden, und habe angefangen alte Blechdosen zu sammeln. Zwischendrin hatte ich mal eine minimalistische Phase, die sich aber nach einer Indienreise in einen etwas seltsamen Stil verwandelt hat. Vintage ja, aber gut erhalten und nicht kuenstlich. Lieber ein paar wenige schoene Stuecke als eine Wohnung die einen vor lauter Gesammeltem kaum atmen laesst. Bei mir ist das auf alle Faelle auch eine leichte Sehnsucht nach einer einfacheren, ruhigeren Zeit, vielleicht auch nach meiner Kindheit auf dem Land, wo die Tage einem so lange vorgekommen sind.
Wieder mal ein schoener Post von Dir und die letzten Nachmittage habe ich verbracht mir all die links anzugucken. Bei Cath Kidston waere ich auch gerne mal eingeladen ;-)

Maartje hat gesagt…

Liebe Suzi,
Deine Einträge in Deinem Blog sind immer ein Leseerlebnis für mich. Diese zauberhaften Geschichten, die Du aus Deinem Leben erzählst. Ich freue mich immer, wenn ich Deine seite anklicke und es gibt wieder "A Story abaout Suzi" zu lesen! Und ich staune immer wieder, wie wir uns im Geschmack und Vorlieben ähneln!! Tricia Guilds Bücher waren eine Offenbahrung für mich, der Vintage Stil...ich bin ihm verfallen und ja Cate Kidston...und ich weiß noch, wie ich mir ganz stolz aus dem Laura Ashley Laden in Hamburg, Anfang der 80 iger diese wundervolle Porzelan Garnitur (Zahnputzbecher, Waschschale, Seifenschale, Wattedose..) gekauft habe und sie stolz mit der Elbfähre nach Hause gefahren habe, um mir mein damaliges Badezimmer zu verschönern. Damals lebte ich in Stade.
Vielen Dank also für diesen wundervollen Artikel von Dir, den ich träumend gelesen habe.

Ganz liebe Grüße, Maartje

sabine hat gesagt…

liebe suzie,
gerade habe ich deinen kommentar bei dana zu ihrer cork-jacke gelesen. und da schreibst du etwas von durchsichtigen reißverschlüssen mit komischen haken...HAKEN!!! d ahat's bei mir geklingelt und nun habe ich eine idee, welche art von schließe i ch für mein fertiges jäckchen ausprobieren kann: ein kleines, möglichst unsichtbares kleiderhäkchen!!! danke, DANKE für die inspiration!!!
lg
sab

hermione hat gesagt…

aie !!! Clark Gabble !!! magnifique comédien. je l'adore !!
joli blog !! à bientôt