20 November 2005

Eine lange Einleitung oder alle Wege führen zum Strickblog


Ich liebe Strickblogs, ich bin von ihnen infiziert, ich sitze und lese und staune und bewundere, und jetzt hab ich plötzlich auch einen.

Angefangen hat es eigentlich schon vor 30 Jahren, so lange strick ich schon, und häkle und bastle vor mich hin. Ich war ganz unbedarft, hab mir ab und zu Wolle gekauft, einen Pulli oder eine Jacke gestrickt, ganz ohne Maschenprobe, ohne Anleitung, ohne "blocking", und ohne Matratzenstich. Ich wußte nicht, was in der Strickwelt grad in ist, ich habe mir keine Zeitungen gekauft. Ich hatte ein paar uralte Hefte von meiner Oma wenn ich ein neues Muster suchte, und ganz kurze Zeit gab es in Deutschland mal die "100 Ideen", die hat mir richtig gut gefallen und ich hab die Zeitschriften jahrelang gehütet. Meine Pullis waren riesig, kuschlig und bequem, aber nachdem die wilde Studentenzeit vorbei war und ich einem seriösen Beruf nachging, verschwanden sie im Schrank ganz unten und ich machte fast nur noch Decken, ohne Hast und Eile und ohne die Gier gleichzeitig noch 3 bis 4 andere Dinge anzufangen.

Aber vor ca. 2 Jahren sollte sich meine ganze Strickwelt plötzlich verändern: Auf einem Markt entdeckte ich selbstmusternde Wolle, mit der man ganz tolle Socken stricken konnte. Das hat mich absolut begeistert, denn bunte Muster haben mir schon immer gut gefallen, waren mir aber zu kompliziert zum stricken. Und da ich auch jahrelang keine Socken gestrickt habe, bekam ich auch noch den Tip, mal im Internet unter Sockenstricker wegen einer Anleitung zu suchen. Und damit ging es los: Ich fand nicht nur eine Anleitung, sondern auch viele viele neue Adressen, Läden die Wolle hatten die ich so noch nie vorher gesehen habe, und ich entdeckte die Strickblogs. Da waren Frauen, die richtig schicke Sachen strickten, die komplizierte Muster machten, perfekte Nähte und in Massen so ratz-fatz nebenbei einen Berg Socken produzierten.
Ich war infiziert. Es dauerte nicht lang, und die ersten von vielen vielen Woll-Paketen trudelten bei mir ein, das erste Rowan-Heft versetzte mich in den 7. Himmel, ich wollte alles alles haben, und ich mußte außerdem ständig neue Stricknadeln kaufen, weil ich ein noch schöneres Teil als das andere anfangen mußte, bis in jeder Ecke des Hauses ein neuer Korb mit einem Pulli, einer Jacke, Socken oder Stapel von neuen Strickheften lag.
Ich lernte was ein UFO ist, ich lernte den berühmten Matratzenstich, ich lernte vorher eine Maschenprobe zu stricken damit es auch wirklich paßt und ich lernte Sockenstricken. Vor allem die Bloggerinnen halfen mir dabei, allen voran Melanie, die große Geduld mit mir hatte und deren Blog ich einfach liebe. Mit Inga teile ich meine Vorliebe für Rowan und ich mag ihren Humor. Und ich bin wieder ruhiger geworden, stricke nur noch an höchstens 5 Sachen gleichzeitig, bestell nur noch 1 x die Woche (dafür gleich in größeren Mengen, damit sich das Porto lohnt!) und habe mir bis zum Frühjahr nur ca. 25 neue Pullover vorgenommen, die ich bis dahin fertig haben muß. Und jetzt hab ich auch noch einen eigenen Blog, und ich hoffe so sehr, daß der mich dazu anspornt, auch mal wieder was fertig zu bekommen. Ich freu mich über jeden Besuch, über einen Kommentar, eine Mail, oder was auch immer und ich hoffe, ihr habt ein bißchen Spaß hier.

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