12 September 2014

Im September..........

...hol ich mir fast täglich ein, zwei Blümchen aus dem Garten. Lange wird es sie ja nicht mehr geben und ich hab auch gemerkt, dass sie nicht mehr so lange halten wie noch im Sommer - zu schnell fallen die Blütenblätter oder sie verfärben sich.
Das werd ich wohl am meisten vermissen - einfach-schnell-rausgehen und sich ein paar Blumen holen, ein paar Tomaten und dazu noch ein wenig Schnittlauch schneiden. Nächstes Jahr will ich noch viel mehr Kräuter anpflanzen, denn das find ich beim Kochen und Essenrichten immer am allerschönsten - schnell ein paar frische Kräuter aus dem Garten dazu.
...les ich Malory Towers, das ist Dolly im englischen Original, passt ja auch irgendwie jetzt zum Schulanfang.
Wer von euch auch ein Dolly-Fan ist, hier gibt es einen lustigen Test, welchen Figuren aus den Dolly-Büchern man am ähnlichsten ist. Ich war ein Gemisch aus allen möglichen, unter anderem Marlies/Clarissa/Katja. Und da ich mich überhaupt nicht mehr erinnern konnte, wer diese Mädchen waren, hatte ich einen schönen Grund, um mal wieder Enid Blyton zu lesen.
...hab ich Lust auf ein kuschliges Jäckchen. Mit Stäbchen von oben gehäkelt, damit es schnell genug geht. Die Wolle hab ich bei einer Geschäftsauflösung ergattert, von der Firma Hübner hab ich vorher noch nie was gehört, echt Vintage sozusagen. Die Socken werden jetzt erst mal ein wenig zurückgestellt.
...häng ich bei jedem kleinen Sonnenstrahl die Wäsche nochmal raus. Vor allem die alte Bettwäsche vom Flohmarkt. Der Wind pustet sie so schön durch.
...machen wir viele Spaziergänge an Donau und Isar. Lotti ist unsere Wasserratte und die Temperaturen lassen es grade noch zu, dass sie ein pitschnasser schlotternder Hund wird.

Und was macht ihr so am liebsten im September?

06 September 2014

Herbst-Fundstücke

Jeden Herbst werd ich zur Sammlerin. Da findet man in jeder Jackentasche mindestend eine Kastanie, ich mag es so gern sie dann in der Hand zu halten, ihre kühle und glatte Schale zu spüren.  Zum Glück gibt es hier bei uns in Bayern ja reichlich Kastanien und ich bin immer eine der eifrigsten Sammlerinnen.
Da die Kastanien heuer aber noch nicht so weit sind, begnüg ich mich im Augenblick noch mit kleinen Zapfen, Stöckchen, Moos, Eichelhäherfedern und bunten Blättern. Die find ich alle hier bei uns direkt im Wald und jeden Tag kommt mindestens ein Fundstück mehr dazu. Im ganzen Haus stehen Teller, auf denen die Dinge dann verteilt und und immer wieder neu arrangiert werden, -- ich mag diese Herbst-Fundstücke so gern.
Hagebutten haben wir heuer auch so viele, dass ich sie auch wieder mal trocknen wollte. Meist lass ich sie ja für die Vögel im Winter stehen, aber ein paar wollt ich mir heuer auch wieder selber gönnen.

Ich hab sie jetzt erst mal in den Keller zum Trocknen und hoffe, dass sie nicht wieder schrumplig und schwarz werden wie schon manchmal vorgekommen. Manchmal bleiben sie eben schön rot und glatt, manchmal schnorcheln sie arg zusammen und verfärben sich. Genauso bei Vogelbeeren. Muß man vielleicht den Mondstand berücksichtigen oder sollte man noch länger mit den Schneiden warten? Wer da einen Tipp hat, das wäre schön!

Die Hunde sammeln auch ab und zu mit, das "Spiel" in leicht gebückter Haltung durch den Wald zu laufen, immer wieder was aufheben und in die Tasche stecken, scheint ihnen zu gefallen. Anni hat schon mehrere Rehgeweihe gefunden und Lotti hat mir gestern einen kleinen Buchenzweig gebracht. Bis heute waren die Früchte schon aufgeplatzt und viele kleine Buchecker lagen am Boden. Da fiel mir ein, dass in der letzten Ausgabe von "Mein schönes Land" ein Artikel über Buchecker war, wie man sie röstet und mehrere Rezepte dazu. (Brot, Aufstrich, Salat etc.)
Rezept zum Rösten: Die Ecker in ihren braunen Schalen mit kochendem Wasser übergießen, dann mit dem Taschenmesser die jetzt weiche Schale ablösen. Man kann sie auch in ein Sieb geben und dieses eine Weile über offene Glut halten: Dann platzen die braunen Schalen auf. Herausgelöste Kerne anschließend ohne Fett für einige Minuten in einer Pfanne rösten, diese dabei schwenken. Die braunen Häutchen lösen sich und können ausgeblasen oder mit einem Löffel entnommen werden.

Das werd ich heuer mal probieren, Buchecker gibt es hier genug und ich hab einen weiteren Grund zum Sammeln in den Wald zu gehen.

Ich wünsch Euch auch so viel Freude bei all den Dingen, die ihr im Herbst gern tut.

28 August 2014

Sockenstricken

Bisher fand ich Sockenstricken ja immer ein wenig langweilig. Das lag wahrscheinlich vor allem daran, dass ich für einen Socken gut eine Woche brauche. Das heißt, in einem Monat schaff ich höchstens 2 Paar Socken, macht 2 kleine Knäuel Wolle verstricken, macht 2 noch kleinere Socken - und dafür einen Monat lang Abend für Abend gestrickt? Wo ich doch gleichzeitig Berge von schönster Wolle für Jacken und Pullover habe und da würd man wenigstens merken, wenn die Regale mit meinem Wollvorrat endlich mal ein wenig leerer würden. Aber ein Knäuel Sockenwolle weniger - das merkt man ja gar nicht, da krieg ich höchstens die Schublade in der die Sockenwolle lagert, wieder leichter zu. (Für Nicht-Wollsammler mag das vielleicht unlogisch klingen, aber ich liebe nicht nur das Wolle kaufen, sondern auch das Woll-Berge-abbauen.)


Aber wie gesagt, das war alles nur "bisher", denn es scheint, als wär ich zur Zeit regelrecht sockensüchtig geworden. Single-Socken-süchtig. Denn ich hab grad die größte Freude, ein Knäuel nach dem anderen auszuprobieren und ich mag eigentlich alle. Die dezenteren Muster wären dann für die Stadt, die kräftigeren Farben für die Hundespaziergänge. Sieht zwar keiner und wäre somit natürlich egal, aber jeder hat wohl einen kleinen Spleen und meiner ist bei Socken schon ein bißchen ausgeprägt.  Oder wie tragt ihr eure Socken, durcheinander oder zur Hose passend oder je nach Lust und Laune? Und strickt ihr lieber Mustersocken oder ganz einfach glatt rechte so wie ich?
 

Ein paar Farben hab ich noch, die ich unbedingt auch ausprobieren möchte, und dann, so um die Weihnachtszeit wahrscheinlich, werd ich sie alle verdoppeln, damit ich sie diesen Winter auch noch tragen kann. Nichts Aufregendes also hier, handarbeitstechnisch gesehen, nur Socken, Socken, Socken................

19 August 2014

Kleine Freuden


Wir haben wieder Rudbeckia im Garten und das freut mich sehr. Wir haben sie im ersten Gartenjahr hier angepflanzt und sie hatte sich kräftig ausgesamt, so dass unser Garten im Herbst unseres zweiten Gartenjahres überall wunderschön Gelb und Orange leuchtete. Im Frühjahr darauf hab ich in meiner Gärtnerunwissenheit (man kann es auch Dummheit nennen) alle kleinen Pflänzchen ausgerissen, weil ich dachte es wäre Unkraut. Und so gab es jahrelang nur noch ein oder zwei Blümchen davon. Und heuer - 4 schöne große Stauden sind davon wieder da und die werden jetzt gehegt und gepflegt, vielleicht mögen sie sich ja wieder fleißig aussamen und den Garten im Herbst zum Leuchten bringen.

Euch auch viele kleine Gartenfreuden, Pflänzchen bei denen Euch auch das Herz aufgeht!

13 August 2014

Putzwut bei Dauerregen

 Eigentlich wollte ich heute ja Brombeerpflücken gehen, hab bei einem unserer letzten Hundespaziergänge so eine verheißungsvolle Stelle dafür entdeckt. Aber kaum dort angekommen, tröpfelte es schon wieder und die paar Beeren, die ich probiert habe, waren ziemlich sauer, also lieber wieder mit leerem Körbchen heim.
 Und was macht man, wenn es schüttet und schüttet? Auf die dumme Idee kommen, ein paar Fenster zu putzen und in den Küchenregalen mal wieder Ordnung zu schaffen. An sich ja keine so schlechte Idee, aber jetzt kann ich die Fenster nicht mehr zumachen, weil ich sonst auf den frischgeputzten Scheiben sofort wieder Regentropfen habe und so ist es grad ein wenig ungemütlich kühl bei mir.
Dafür aber hab ich bei meiner Blogrunde das allerschönste Kissen entdeckt, genau in diesen Farben hab ich mir eine Hundedecke fürs Auto vorgestellt. Vielleicht hör ich mit der ganzen Putzerei für heute auf und probier lieber mal das Blumenmuster aus diesem Buch aus, das bringt zumindest Sonne ins Herzen.

Mit liebem Gruß und viel Sonne für Euch!

06 August 2014

Der Garten im August

Mein Garten ist müde. Die Hortensien sind verblaßt, Nelken, Rosen, Lavendel und Glockenblumen schon lange verblüht, einzig der Oregano hält sich noch tapfer und wird fleißig von Schmetterlingen, Bienen und Hummeln und allerlei Käfern besucht.
Die Tomaten- und Bohnenernte fällt heuer fast ganz aus und auch unsere Beerensträucher lassen uns im Stich.
Dafür tragen heuer die Haselnüsse umso reichlicher, die wilden Brombeeren versprechen eine reiche Ernte und ich frag mich, ob das schon die ersten Vorboten für den nahenden Herbst und Winter sind.
Bedeutet das einen harten Winter mit viel Schnee und Kälte?  Der Sommer war heuer ja komisch, entweder viel zu heiß oder tagelanger Regen. Und selbst nach 3 Tagen Hitze fühlte sich der Boden immer noch klamm an. Heut früh war der Wald dick nebelverhangen und ganz still und leise. Jetzt ist zwar die Sonne wieder da, aber die Frische des Herbsts liegt schon in der Luft. Kennt ihr das auch, wenn sich die Luft verändert, wenn es plötzlich nicht mehr nach Sommer riecht sondern schon nach Pilzen und Waldboden und dampfenden feuchten Blättern und man das Gefühl hat, endlich wieder frei durchatmen zu können?
Und irgendwie hab ich sogar schon Lust auf den Winter, mit viel Schnee und Kälte und heißen dampfenden Tassen Tee, einem dicken Buch zum schmökern und überall im Haus das sanfte Licht von unseren Bienenwachskerzen. Dann will ich ganz viel backen, neue Badvorleger häkeln, mich dick einmummeln und mit den Hunden lange Spaziergänge an der Donau machen.
Aber ich werd es vermissen, Tag und Nacht die Fenster offen zu haben, die Wäsche draußen zu trocknen, nur mit Sandalen rumzulaufen, mit den Hunden in der Isar zu plantschen, das Haus mit kleinen selbstgepflückten Blumensträußchen zu füllen und bis spät abends im Garten zu sein und den Glühwürmchen zuzusehen.

04 August 2014

Von Blogs und Entschleunigung, dem Sammeln und der Schönheit der kleinen Dinge - oder: das Flow Ferienbuch

Vor ein paar Monaten hatte ich ja schon mal über das in Deutschland neue Magazin Flow geschrieben, als ich Heft 1 beim Zeitschriftenhändler gefunden habe. Ich hab es gern gelesen, war neu und interessant, aber ich war jetzt nicht sooooo begeistert, dass ich es mir ab sofort jedesmal kaufen wollte. Deshalb sind wohl Heft Nummer 2 und 3 auch praktisch spurlos an mir vorbeigegangen. 
 Kürzlich war ich dann aber mal wieder am Zeitschriftenstand und da hatte ich einfach Lust darauf, hab mir Flow 4 und das Urlaubsheft gekauft - auf dem Weg zum Auto dann mit mir gehadert, so viel Geld für Zeitschriften auszugeben - den ganzen Heimweg lang noch Gewissensbisse deswegen gehabt - und später, nach dem Lesen der ersten Artikel - Begeisterung und Freude pur.
Verführt zum Kauf haben mich wohl die vielen hübschen Bildchen zum Ausschneiden und Einkleben, aber beim Lesen bin ich dann auf so Sätze gestoßen wie "Was ist schon besser, als gemütlich auf dem Sofa zu sitzen und das Gehirn auszuschalten?", fragt Anna Amenta, Inhaberin eines wunderschönen Strickladens in Amsterdam. "Beim Handarbeiten geht es um den Prozess, nicht um schnelle Ergebnisse."
Wie sehr spricht sie mir doch damit aus der Seele. Wie oft hab ich mich nicht schon gegrämt, weil auf allen anderen Blogs ein fertiges Teilchen nach dem anderen präsentiert wird, ich aber Wochen oder sogar mal Monate für ein kleines Jäckchen brauche. Immer wider hab ich mich gefragt "wie schaffen das die anderen nur?", wollte auch viel schneller sein und viel viel mehr machen. Dabei lieb ich doch nichts so sehr, als eben nur abends, als Zuckerl des vergangenen Tages, gemütlich ein paar Reihen stricken oder häkeln, ohne jede Eile.

Dann ein nächster Absatz: "Die Qual der Wahl lähmt. Wenn man zwischen 3 Sorten Marmelade wählen kann, läuft einem das Wasser im Mund zusammen, bei 30 Sorten denkt man: auch egal. Dies ist durch wissenschaftliche Untersuchungen belegt. Man wird hilflos und trifft lieber gar keine Wahl."

Und ich denk an Pinterst und Ravelry, da tummle ich mich gern rum und sehe so viele wunderwunderschöne Dinge, die ich auch gern hätte und machen würde, aber es sind einfach viel zu viele, so dass ich mich nie entscheiden kann, welches Muster ich jetzt wählen soll, welche Farben, welches Material, und ich fühl mich gelähmt und blockiert. Bisher dacht ich immer es gehe nur mir so, aber anscheinend ja nicht.
Zum Nachdenken fand ich auch den Artikel über all die Blogger, die das einfache Leben wieder entdecken. Blogs mit den herrlichsten Bildern, selbstgemachter Marmelade, großen Gemüsegärten, munteren Kindern, Gummistiefeln und Bommelmützen, wunderschöne blankgescheuerte Tische mit Kerzen und Blümchen und buntem gesundem Essen auf dem Teller, ach ja, das ganze wohlige Landleben mit raschelnden Blättern im Herbst, dick verschneiten Winterlandschaften und glücklichen hoppelnden Häschen. Auch so ein Leben, bei dem ich mich immer wieder frage "wie schaffen die das nur, das alles in einen 24 Stunden Tag zu stopfen und dabei auch noch zu bloggen und Bücher zu schreiben?"
Dazu meint Autorin Emily Matchar: " Blogs sind sehr darauf bedacht, einen bestimmten Anschein zu vermitteln, sodass man nie weiß, was für ein Leben der Blogger eigentlich wirklich führt. Viele Menschen denken dann: 'Oh, die hat aber ein perfektes Leben, ihr Mann ist so bezaubernd.' Es gehört zur Form des Blogs, sich persönlich zu geben, sich als die Frau von nebenan zu präsentieren, aber dennoch wird damit manchmal auch nur ein dickes Geschäft gemacht. Man sollte sich nicht mit dieser Bloggerin vergleichen und sich einreden, das eigene Leben sei stressig und ihres so himmlisch - es ist ihr Job, ihr Leben so darzustellen."
Ist das nicht toll und war nur ich immer so naiv, alles für bare Münze zu nehmen?
Es scheint, als hätten die beiden neuen Flow-Hefte genau meinen Nerv getroffen, Dinge ausgesprochen, über die ich mir schon Gedanken gemacht habe und vor allem, sie wieder gerade gerückt.
Und deshalb von mir ganz ausdrücklich zum Selberlesen bestens empfohlen!

28 Juli 2014

Tee mit Honig, mitten im Sommer

Viel heißer Tee mit Honig und Zitrone, alte Krimis und Sockenstricken - mich hat die Sommergrippe erwischt. Genau die richtig gute Entschuldigung, um zwar zu husten und zu stöhnen, aber es sich auch auf dem Sofa ganz ungestört gemütlich machen zu können.

21 Juli 2014

Sommerpause


Nur schnell ein kleiner Gruß, weil ich schon so lange nicht mehr hier war.

Aber während der letzten Wochen gab es nichts, was das Zeigen hier gelohnt hätte - tagsüber bin ich viel im Garten, abends strick ich Socken. Die Haselnußsträucher hängen übervoll mit Nüssen, vielleicht bedeutet das, dass es ein harter Winter wird und ich bereite mich mit neuen Socken schon mal darauf vor. Gestern hatten wir allerdings noch 35 Grad.

Fühl mich ein wenig uninspiriert, weiß nicht worüber ich schreiben soll, was ich in Fotos festhalten könnte und was ich eigentlich gern häkeln oder stricken möchte. Eine kleine Handarbeits-Auszeit wahrscheinlich. Aber das gehört vermutlich auch dazu.

Habt einen schönen Sommer und einen erholsamen Urlaub!


15 März 2014

Mädchenbücher

Vielleicht hat die eine oder andere geneigte Blog-Leserin schon mal bemerkt, dass ich eine ganz besondere Vorliebe für alte Mädchenbücher habe. Vielleicht fand sie das ganz schön sonderbar und komisch und hat sich gefragt, was ich an den alten Dingern so gut finde.
Aber für mich sind sie nicht alt, auch nicht altbacken oder bieder, sondern sie sind für mich im Kleinen die gleichen Gutes-Gefühl-und-ganz-warm-im-Bauch-werdende-Bücher wie für andere Rosamunde Pilcher, Katie Fforde und andere.
Meine alten Mädchenbücher handeln von Freundschaft und Vertrauen, von Ehrlichkeit und Herzensgüte, von Verzicht und Zupacken, vom Lernen und Wachsen, von viel Lachen und guter Laune, von Helfen und für andere da sein, von erlebnisreichen Sommerferien und neuen Freunden, vom Umgang mit Tieren und anderen Menschen, von Höflichkeit und Verantwortung ----- kurz gesagt vom eigentlich ganz normalen Leben und von Werten, die für mich auch heute noch Gültigkeit haben.

Was ich so besonders mag sind die Beschreibungen des alltäglichen Lebens, Dinge mit denen ich selber auch aufgewachsen bin und die mir nach wie vor ganz warm ums Herz werden lassen.

 In diesen Büchern sind die Sonnenschirme rot mit weißen Tupfen, die Luftmatratzen haben große Blumen aufgedruckt, in der Küche hängen karierte Vorhänge, die Möbel sind bunt und selbstgestrichen und ein Rest fester Markisenstoff dient auch mal als kleiner Teppich im Mädchenzimmer. Ob eigenes Haus oder Mietwohnung in der großen Stadt - daheim ist es immer gemütlich und warm, Kinder und Tiere gehen ein und aus, im Wohnzimmer hängen fröhliche bunte Bilder, dicke Wiesenblumensträuße sind in den Zimmern verteilt und in der Küche gibt es die Keksdose und eine Schale mit rotbackigen Äpfeln für den kleinen Hunger zwischendurch.

Gegessen wird überhaupt sehr bodenständig, mittags Schinkennudeln mit Salat, abends Pellkartoffeln mit Kräuterquark oder Käsebrote mit Radieschen. Nur am Sonntag gibt es dann Braten mit der herrlichen Sahnesoße und zum Geburtstag darf´s auch mal ein Rehrücken sein. Ab und zu trifft man sich zu einer wichtigen Besprechung mit Freundinnen in einer Eisdiele und läßt sich nebenbei Bananensplit und Milchshake schmecken. Wahlweise finden diese Treffen auch mal in einem Cafe bei himmlischem Apfelstrudel mit Vanillesoße statt. Getrunken wird Milch und Kaba, auch Wasser mit einem Schuß Saft, und der ist natürlich selbstgemacht.



Wie überhaupt noch vieles selbst gemacht wird. Da werden kleine Geschenke und Karten gebastelt, Strohsterne für den Christbaum geklebt, dem Bruder strickt man heimlich einen todschicken grünen Pullover für Weihnachten, es wird weiße Baumwolle für ein Sommerjäckchen gekauft und die Wollreste nimmt man dann alle mit in die Ferien um eine bunte Häkeldecke daraus zu machen (kommt euch das irgendwie bekannt vor?) 

Gebacken wird regelmäßig, nur zu besonderen Gelegenheiten gibt es ein Stück Torte vom Konditor, es wird Marmelade gekocht, Gemüse eingelegt, Kissen und Gardinen genäht, die Herstellung von Bilderrahmen und kleinen Regalen übernimmt Opa und mit der besten Freundin wird ein Blumenmuster auf den Kleiderschrank gemalt. Und das alles ganz selbstverständlich, weil man solche Dinge eben so macht, ohne großes Aufsehen.


Das alles läßt heimelige und wohlige Bilder in meinem Kopf entstehen. Ich bekomme sofort gute Laune, bin fröhlich und unbeschwert und in manchen Momenten macht es mir ab und zu Spaß zu denken "was würde Beate jetzt tun, oder Silke, Heike, Regina und Christine". Berte Bratt hat es mir sehr angetan, obwohl ich in meiner eigentlichen Kindheit nicht viel mit ihr anfangen konnte. Ich sammle alles was mir in die Finger kommt, ich forsche nach dem Leben der einzelnen Kinderbuchautoren nach, ich lese über Hintergründe von Nesthäkchen und Co., - kurz gesagt, ich glaube ich bin regelrecht süchtig nach all diesen wunderschönen und liebevoll gestalteten alten Mädchenbüchern. Mittlerweile hab ich schon 3 Regale voll davon und jetzt hoff ich, dass die eine oder andere von Euch sich auch an Ihre alten Mädchenbücher erinnert, eines davon hervorholt und sich einen gemütlichen Schmökerabend macht. Vielleicht kommt sie dann ja auch auf den Geschmack.

Ich bedank mich recht schön fürs Lesen!